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Schulung zur Einstufung von FFH-Lebensraumtypen

5 gemeinsame Schulungstage mit Vegetationsökologen/in absolviert

Die BERTA-Gebietsbetreuer erheben seit vielen Jahren jährlich Daten auf rund 800 ÖPUL-Naturschutzflächen im gesamten Burgenland. Die Erfassung erfolgt mittels eines standardisierten Aufnahmebogens, der Informationen zur ökologischen Situation, zum jeweiligen Biotoptyp, zu vorkommenden Arten sowie zu Erhaltungszielen und Bewirtschaftungsauflagen enthält.

Im Rahmen der ÖPUL-Kartierungen können derzeit keine vollständigen Biotopkartierungen mit detaillierter Bewertung des Erhaltungszustands durchgeführt werden. Stattdessen erfolgt bei den Vor-Ort-Begutachtungen eine rasche Zuordnung der Flächen zu einem Biotoptyp sowie die Erfassung charakteristischer und wertbestimmender Arten und möglicher Beeinträchtigungen.

Um die vorhandenen Datengrundlagen zu verbessern und künftig stärker für naturschutzfachliche Aufgaben nutzbar zu machen, sollen die im Zuge der ÖPUL-Begutachtungen verfügbaren Ressourcen gezielter eingesetzt und bei Bedarf ausgebaut werden. Dadurch können Synergien mit der Erstellung des Wiederherstellungsplans (WHP), der Berichterstattung gemäß Art. 21 der Wiederherstellungsverordnung (WHVO) sowie dem Monitoring nach Art. 11 der FFH-Richtlinie genutzt werden.

Sofern zum Zeitpunkt der Begutachtung keine vollständigen Biotopkartierungsdaten einschließlich einer Bewertung des Erhaltungszustands vorliegen, ist die Anwendung eines vereinfachten Verfahrens zur Einstufung von Wiesen als FFH-Lebensraumtypen (FFH-LRT) vorgesehen.

Zur Umsetzung dieser Erweiterung der Erhebungen auf ÖPUL-Naturschutzflächen werden die Gebietsbetreuer des Vereins BERTA im Rahmen von Schulungen gezielt in der Erkennung und Ansprache von FFH-Lebensraumtypen sowie in der Bewertung ihres Erhaltungszustands im gesamten Burgenland qualifiziert. Dadurch soll sichergestellt werden, dass künftig auch FFH-relevante Informationen systematisch und in ausreichender Qualität erhoben werden können.

Der letzte Schulungstag fand in Urbersdorf (Bezirk Güssing) bei den Winkelwiesen des Naturschutzbundes Burgenland statt. Diese sehr schönen Wiesen wurden den FFH-Lebensraumtypen 6410 (Pfeifengraswiesen) bzw. 6440 (Brenndolden-Auenwiesen) zugewiesen. Leider hat dieses naturschutzfachlich sehr hochwertige Gebiet auch mit invasiven „Problempflanzen“, wie der Riesen-Goldrute Solidago gigantea zu kämpfen. Ein entsprechendes Pflegemanagement wird hier umgesetzt, um diese Art „in Schach zu halten“.

Siehe dazu Fotos von Preisinger rechts.

Das Projekt „Qualitätssicherung von Besonderen Lebensraumtypen in ESG und Evaluierung von NAT-Weideflächen“ des Vereins BERTA wird gefördert von Land Burgenland und der Europäischen Union.

DI Matthias Preisinger, Gebietsbetreuer Bezirk Neusiedl/See