Arten- und Lebensraumschutzmaßnahmen
In der Schwerpunktsetzung für dieses Projekt wurden einige ausgewählte, spezielle Arten und Lebensräume festgelegt. Durch die Vor-Ort Erhebung von Lebensräumen und Arten wird sich ein Überblick über die Ausgangslage verschafft und im Anschluss Erhaltungsmaßnahmen entwickelt, welche um zusetzten sind.
Die Erhaltungsmaßnahmen werden, wenn möglich, über die ÖPUL-Naturschutz-maßnahmen umgesetzt, wobei dies im Einvernehmen mit dem Bewirtschafter erfolgt. Dies gilt für flächige Erhaltungsmaßnahmen, welche speziell beim Gelegeschutzprojekt im Waasen-Hansag oder in den Leithaniederungen als freiwillig umgesetzten Maßnahmen wiederum dem „Verschlechterungsverbot“ in Natura 2000-Gebieten entgegen zu wirken haben.
Es werden aber auch für sehr selten Arten, wie z.B. dem Waldsteppenbeifuß Erhaltungsmaßnahmen koordiniert, welche auf Sonderstandorten außerhalb des ÖPUL-Programms umgesetzt werden müssen. Solche Artenschutzprojekte werden, über den Landschaftspflegefonds des Landes aus Mitteln des Arten- und Lebensraumschutzprogrammes finanziert.
Folgende von BERTA erarbeitete Projekte werden schon mehrere Jahre durchgehend betreut und waren deshalb auch im diesem LE-Projekt wieder enthalten:
Artenschutzprojekt und Monitoring Zwergohreule - Bezirk Mattersburg
Folgende Maßnahmenschritte sind für die fachliche Umsetzung entscheidend:
- Begehung und Überprüfung der Vorkommen Vor-Ort (fachliche Erhebungen und Pflegemaßnahmen extern);
- Organisation und Dokumentation der Pflegemaßnahmen und deren Auswirkungen;
- Erstellung Projektbericht mit gis-kartografischen Daten und Unterlagen;
- Datenbereitstellung für Art. 17 (FFH-Bericht); (Übermittlung der Daten an Amt das Bgld. Landesregierung, Abt. 4 / Ref. Naturschutz)
Management Artenschutzprojekt Artemisia pancicii (Waldsteppen-Beifuß) – Bezirk Neusiedl
Folgende Maßnahmenschritte sind für die fachliche Umsetzung entscheidend:
- Begehung und Überprüfung der Vorkommen Vor-Ort (fachliche Erhebungen und Pflegemaßnahmen extern);
- Organisation und Dokumentation der Pflegemaßnahmen und deren Auswirkungen;
- Erstellung Projektbericht mit gis-kartografischen Daten und Unterlagen;
- Datenbereitstellung für Art. 17 (FFH-Bericht); (Übermittlung der Daten an Amt das Bgld. Landesregierung, Abt. 4 / Ref. Naturschutz)
Artenschutzmaßnahmen für Wiesenbrüter in zwei ESG im Bezirk Neusiedl/See, Koordination von Mähterminen (Gelegeschutzprojekt)
Ausgangslage:
Das Europaschutzgebiet Waasen-Hansag ist ein bedeutendes Brutgebiet sowie auch Durchzugs- und Überwinterungsgebiet für viele Vogelarten. Das Europaschutzgebiet ist als Vogelschutzgebiet verordnet und beinhaltet 13 Schutzgüter.
Das Gebiet umfasst ein Teilgebiet des Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel mit einer Größe von ca. 140 ha. Um das Nationalparkgebiet befindet sich das ÖPUL Naturschutz Ackerflächenprojekt „Waasen-Hansag“ mit ca. 2.200 ha NAT-Flächen in den Gemeinden Andau, Tadten und Wallern. Die meisten NAT-Flächen im Projektgebiet sind gemähte Ackerflächen mit unterschiedlichen Mähterminen.
Das ESG Parndorfer Platte und des Heidebodens (ca. 7.300 ha) besteht aus weiträumigen Ackerflächen, die nur wenig durch Windschutzstreifen, Wiesen, Auwälder und Ufergehölze der Leitha gegliedert sind.
Durch ausgedehnte Stilllegungen von Ackerflächen konnten in jüngster Zeit große Ruhezonen für eine der bedeutendsten Populationen der Großtrappe in Europa geschaffen werden. Wenn auch der Schutz der Großtrappe das wesentliche Anliegen innerhalb dieses Gebietes ist, darf dennoch nicht seine zentrale Bedeutung für die Bestände einer Reihe anderer Vogelarten innerhalb Österreichs übersehen werden.
Die feuchten Überschwemmungswiesen an der Leitha beherbergen bedeutende Brutbestände von Rotschenkel, Uferschnepfe und Großem Brachvogel. Am Zug rasten verschiedene Watvögel, darunter die seltene Doppelschnepfe. Das Gebiet ist darüber hinaus wichtig für die Überwinterung von Kornweihe, Seeadler und Merlin.
Das Mähmanagement dient in beiden ESG dem Gelegeschutz für Brutvögel (Kiebitz, Sumpfohreule) und wird in Kooperation mit BirdLife durchgeführt. BirdLife erhebt während der Brutzeit (Mai-August) die Standorte der Gelege. Die Standorte werden an die Gebietsbetreuung des Vereins BERTA weitergegeben. Seit 2025 wird auf ausgewählten Flächen auch eine Frühmahd ermöglicht, um zum einen für Betriebe bessere Futterqualitäten zu erzielen und zum anderen in der Brutzeit (Juli, August) die Gelege weniger zu stören und die Habitatansprüche der Vogelarten besser zu berücksichtigen.
Auch die nächsten Jahre wird im ÖPUL 2023-Programms das bestehenden Mähmanagement weitergeführt, das weiterhin in Kooperation mit BirdLife durchgeführt wird.
Folgende Maßnahmenschritte sind für die fachliche Umsetzung entscheidend:
- Abstimmung der Mähtermine (Früh- und Spätmahdflächen) auf die Brutvorkommen in Absprache mit BirdLife;
- Kontaktaufnahme und Information der betroffenen Bewirtschafter bzw. beauftragten
Mäher - Anpassung der Mähtermine in der NALA-Datenbank;
- laufende Kommunikationsschnittstelle zwischen BirdLife, Landwirte bzw. Mäher
- Erstellung Projektbericht
NAT-Ackerflächenprojektgebiete
Für folgende von BERTA erarbeitete und betreute Projekte werden ebenfalls im Rahmen des LE-Projektes Aktivitäten gesetzt:
Monitoring Artenschutzprojekt Hoher Natternkopf - Bezirk Eisenstadt
Folgende Maßnahmenschritte sind für die fachliche Umsetzung entscheidend:
- 2026 und 2027 Begehung und Überprüfung der Vorkommen Vor-Ort;
- Dokumentation der umgesetzten Maßnahmen (Mähtermine und Ausschlussflächen);
- Erstellung Jahresbericht (Berichtlegung mit gis-kartografischen Daten und
Unterlagen).
Management Artenschutzmaßnahmen Ziesel (Wagram, Weiden/See) - Bezirk Neusiedl/See
Folgende Maßnahmenschritte sind für die fachliche Umsetzung entscheidend:
- Erstellung einer GIS-Übersichtskarte für Ziesel-Projektpartner (Monitoring);
- laufende Kommunikationsschnittstelle zwischen Projektpartner und Landwirte;
- Erstellung Projektbericht mit GIS-kartografischen Daten
Alle Projekte wurden von Mag. Koo oder Dr. Ranner (beide Amt d. Bgld. Landesregierung, Abt. 4 – Referat Arten- und Lebensraumschutz) fachlich begleitet.