Gemeinsam für eine Zukunft des Kiebitzes

Gemeinsam für eine Zukunft des Kiebitzes

Kiebitz (Foto Gerger)

Übersicht Projektgebiet Gaas-Moschendorf (hellgrün)

Kiebitzbrutgebiet, großflächige Ackerfafeln

Wenn im Frühjahr der Kiebitz mit seinen akrobatischen Balzflügen über die Felder zieht und sein charakteristischer Ruf weithin hörbar ist, wird die Kulturlandschaft lebendig. Dieses eindrucksvolle Naturschauspiel ist jedoch längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Der Kiebitz ist in Österreich stark gefährdet, vielerorts sind seine Bestände in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen.

 

Umso bedeutender sind jene Gebiete, in denen sich die Art noch behaupten kann. Die Bestände in Moschendorf zählen zu den letzten verbliebenen und zugleich stabilen Vorkommen im Südburgenland. Dass sich diese Kolonien halten konnten, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gezielter Zusammenarbeit zwischen engagierten landwirtschaftlichen Betrieben, dem Verein Berta und BirdLife Österreich. Seit dem Jahr 2023 wird hier im Rahmen des „Regionalen Naturschutzplans Kiebitz“ aktiv an der Sicherung und Verbesserung der Lebensbedingungen gearbeitet.

 

Aufgrund neuer Kiebitzsichtungen wurde 2025 auch in Deutsch Kaltenbrunn ein weiteres Projektgebiet ins Leben gerufen. Ziel ist es, frühzeitig geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich dort dauerhaft stabile Kiebitzkolonien entwickeln können.

Der Kiebitz brütet am Boden, häufig auf Ackerflächen oder extensiv genutztem Grünland. Seine Gelege sind dadurch besonders gefährdet. Offene, gut überschaubare Flächen, eine angepasste Bewirtschaftung während der Brutzeit sowie ein reichhaltiges Nahrungsangebot an Insekten und Würmern sind entscheidend für den Bruterfolg. Bereits kleine Maßnahmen, etwa eine zeitlich abgestimmte Mahd, die Rücksichtnahme auf bekannte Brutstandorte oder der Erhalt strukturreicher Flächen, können über Erfolg oder Misserfolg einer Brut entscheiden.

 

Der Erfolg der vergangenen Jahre zeigt: Naturschutz und Landwirtschaft können Hand in Hand gehen. Dank der regen Beteiligung der Betriebe konnten die Kiebitzgelege in Moschendorf und Gaas gesichert und bestehende Kolonien erhalten werden. Dieses Engagement ist ein starkes Zeichen für gelebten Artenschutz in der Region.

Der Erhalt des Kiebitzes ist eine gemeinsame Aufgabe, damit seine Balzflüge auch künftig im Frühjahr über Moschendorf und Gaas zu sehen und zu hören sind.

 

Das Projekt „Betriebsberatung zur Förderung der Biodiversität und Evaluierung von Schutzgutflächen“ des Vereins BERTA wird gefördert von Land Burgenland und der Europäischen Union.

 

Johannes Reinstrom BSc, BERTA-Gebietsbetreuer Südburgenland

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